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Gedichtetes

Der Dezember

von Erich Kästner (nicht sein bestes, aber lesenswert)


Das Jahr ward alt. Hat dünne Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, daß man's versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum.

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn.

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:
"Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
und du kennst deinen nicht."
22.12.09 22:53


Strophe

Strophen


Ich gehe langsam aus der Welt heraus
in eine Landschaft jenseits aller Ferne,
und was ich war und bin und was ich bleibe,
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein bisher noch nicht betretnes Land.

Ich gehe langsam aus der Zeit heraus
in eine Zukunft jenseits aller Sterne,
und was ich war und bin und immer bleiben werde
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
als wär ich nie gewesen oder kaum.


Hans Sahl






Und jetzt gehe ich Muffins backen.



eure muffin
23.7.09 18:38


Das Wüten der ganzen Welt

von Maarten 't Haart. Seite 267.




Wie eigenartig, daß man in einem solchen sonnendurchglühten Augenblick denkt, das ganze Leben liege noch vor einem, während sich später herausstellt, daß ein solcher Moment das wahre Leben ist. Die Hoffnung hat dann noch einen langen Weg zu gehen; von Beruhigung kann nicht die Rede sein, alles atmet Erwartung. Ich wollte, ich stünde wieder dort, an einem solchen Sommertag im Februar, während sich die Gardinen blähten und mir ins Gesicht wehten.
Solange sich das Weltall ausdehnt, bleibt jeder Augenblick in einem Menschenleben bestehen, denn irgendein Fleckchen im Weltall ist genauso viele Lichtjahre von diesem Augenblick entfernt. Wenn du an jenem Fleckchen wärst und durch ein Fernglas zur Erde schauen könntest, würdest du dich selbst dort stehen sehen - am offenen Fenster, in der Sonne, für immer an den einen Punkt der Zeit festgenagelt, der niemals verlorengehen wird.







eure muffin
12.2.09 15:55


Blinde Voegel

Hmh. Ich habe keine Lust und gluecklicherweise auch keine Zeit (die ist eigentlich auf eine halbe Stunde am Stueck beschraenkt), einen Eintrag in meinem Reiseblog zu schreiben, aber ein Gedicht kopieren kann ich noch.


Rainer Maria Rilke
Seine Hände blieben wie blinde Vögel

Seine Hände blieben wie blinde
Vögel, die, um Sonne betrogen,
wenn die andern über die Wogen
zu den währenden Lenzen zogen,
in der leeren, entlaubten Linde
wehren müssen dem Winterwinde.

Auf seinen Wangen war die Scham
der Bräute, die über der Seele Schrecken
dunkle Purpurdecken
breiten dem Bräutigam.

Und in den Augen lag
Glanz von dem ersten Tag, -
aber weit über allem war
ragend das tragende Flügelpaar...




eure muffin
2.8.08 10:03


Mein Herz ist schwarz wie deine Coca-Cola.

Einen, um die Welt zu schockieren
und einen, um sich vor der besten Freundin zu blamieren,
einen für zu Hause allein,
oder um einmal so richtig nah am Menschen zu sein



Machen wir's kurz:

Eine durch die Lyrik-AG wiedergefundene Liebe...


Prophezeiung - Alfred Lichtenstein

Einmal kommt - ich habe Zeichen -
Sterbesturm aus fernem Norden.
Überall stinkt es nach Leichen.
Es beginnt das große Morden.

Finster wird der Himmelsklumpen,
Sturmtod hebt die Klauentatzen:
Nieder stürzen alle Lumpen,
Mimen bersten. Mädchen platzen.

Polternd fallen Pferdeställe.
Keine Fliege kann sich retten.
Schöne homosexuelle
Männer kullern aus den Betten.

Rissig werden Häuserwände.
Fische faulen in dem Flusse.
Alles nimmt sein ekles Ende.
Krächzend kippen Omnibusse.




*schnief* Das ist... Kunst!


eure muffin


(:
14.6.08 20:07


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